Projekthintergrund

Psychische Störungen bei werdenden Müttern sind leider noch immer ein Tabuthema, welches dem Mythos von der allzeit glücklichen und schönen Schwangeren widerspricht. Dabei leiden etwa 20-30% der Schwangeren unter einer psychischen Störung. Seelische Belastungen und Probleme sind noch häufiger.

Auch nach der Geburt erlebt ebenfalls fast ein Drittel der Mütter ganz und gar keine "Flitterwochen mit dem neugeborenen Säugling", sondern stattdessen eine Zeit tiefer emotionaler Verunsicherung, depressiver Verstimmung, Gereiztheit und Angst, die in ihrer Schwere über die sogenannten "Heultage" hinaus gehen und in eine postpartale Depression oder, in seltenen Fällen, auch in eine postpartale Psychose münden können.

Psychische Probleme und Störungen während Schwangerschaft und früher Mutterschaft stellen nicht nur eine enorme Belastung für die Frau dar, die ein Kind erwartet oder geboren hat, sondern erhalten gerade in dieser Zeit durch ihre Auswirkungen auf das Kind eine ganz besondere Bedeutung und erfordern eine schnelle und professionelle Hilfe - für Mutter und Kind.

Unsere ambulanten und tagesklinischen Angebote für Schwangere und Mütter sowie deren Familienangehörigen setzen an dem an, was die Familie in dieser besonderen Zeit braucht: Verständnis, Entlastung, Beratung und ggf. Behandlung.

Die wissenschaftliche Begleitforschung im Projekt "Psychisch Gesund Für ZWEI" hat das Ziel, die bestehende Versorgung auszubauen, zu verbessern sowie wissenschaftlich zu evaluieren.

Um die psychotherapeutische / psychiatrische Versorgung von Frauen in Schwangerschaft, Stillzeit und früher Mutterschaft genauer beurteilen können, möchten wir eine umfangreiche Diagnostik erheben, eine einheitliche Basisdokumentation für jede Patientin anfertigen, Versorgungslinien aufzeigen, Defizite und Lücken in der bestehenden Versorgung aufzeigen und den Zugewinn durch die bei uns angebotene Diagnostik und Behandlung erfassen.