MUT - Mutterschaft und Psyche
Projekttitel:
"MUT Mutterschaft und Psyche" - Eine Pilotstudie zur Erfassung des Einflusses von maternal bedingter Psychopharmaka-Exposition bei Säuglingen auf deren Befinden in den ersten sechs Lebensmonaten
Projektleitung:
Dr. rer. nat. Karin Hoff und Dr. med. Johanna Sasse
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden
Fetscherstr. 74
01307 Dresden
Karin.Hoff@uniklinikum-dresden.de
Team:
Puneh Arazm
Sarah Herpertz
Marie-Christine Dekoj
Projektdauer:
01.01.2010 - 31.12.2011
Abstract:
Hintergrund:
Aufgrund der besseren Verträglichkeit von modernen Psychopharmaka entscheiden sich psychisch erkrankte Frauen häufiger für eine Schwangerschaft. Dies stellt den behandelnden Psychiater vor folgendes Dilemma: Einerseits ist bekannt, dass eine psychische Erkrankung per se eine "Noxe" für das Un- bzw. Neugeborene darstellt. Andererseits ist bislang unzureichend geklärt, welche Folgen eine psychopharmakologische Behandlung auf das Un- bzw. Neugeborene hat. Ziele: Ziel der geplanten Studie ist es, einen Standard zur Erfassung des Einflusses von Medikamenten auf die Befindlichkeit von in utero psychopharmako-exponierten Säuglingen in den ersten sechs Lebensmonaten zu entwickeln. Darüber hinaus dient das Vorhaben als Pilotstudie zur Überprüfung der Durchführbarkeit von Befindlichkeitsmessungen bei Mutter und Kind in einem prospektiven Studiendesign. Methode: Es handelt es sich um ein Treatment-Kontrollgruppendesign mit fünf Messzeitpunkten vor und nach der Geburt unter Berücksichtigung verschiedener Befindlichkeitsparameter von 25 Frauen und deren Kindern. 20 schwangere Frauen werden in Abhängigkeit von ihrer je nach Art der Erkrankung spezifischen Medikation in vier Interventionsgruppen (IG) zu je fünf Personen aufgeteilt: IG1 erhält eine Therapie mit einem Antidepressivum, IG2 mit einem Neuroleptikum, IG3 mit einem Mood Stabilizer und IG4 erhält eine Therapie mit mindestens zwei verschiedenen Psychopharmaka (Polypharmazie). Die Kontrollgruppe besteht ebenfalls aus fünf psychisch erkrankten Frauen, die keine Medikation erhalten, sondern psychotherapeutisch behandelt werden. Die Rekrutierung und die Untersuchungen der Stichprobe aus Frauen und Säuglingen erfolgt durch eine enge Kooperation mit der Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie und der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Dresden.
Finanzierung:
Förderung im Rahmen des MeDDrive-Programm: Förderung von Einzelprojekten aus Anreizmitteln der Medizinischen Fakultät der TU Dresden
Kooperationen innerhalb der Medizinischen Fakultät:
- Fachbereich Neonatologie/Pädiatrische Intensivmedizin (Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin); Leitung: Prof. Dr. med. Mario Rüdiger
- Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik; Leitung: Frau PD Dr. Weidner